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Die Gruppenphase der EURO 2016 hat gezeigt, dass deutlich weniger Probleme aufgetaucht sind, wo die Behörden konstruktiv mit den führenden Fangruppen der Fanbotschaften als Teil der Lösung kooperiert haben, um  insbesondere bei Risikospielen eine gute Atmosphäre für die große Mehrheit der Fans zu schaffen. Wir fordern eine Intensivierung dieses Dialoges mit Fanvertretern, um die frühe Verhinderung von Ärger während der UEFA EURO 2016 zu ermöglichen. 

Die Freiwilligen-Teams von 19 teilnehmenden Ländern, die Fanbotschaften und ähnliche Angebote für reisende Fans unter dem Projekt RESPECT FAN CULTURE organisieren, ziehen ein überwiegend positives Fazit der Gruppenphase. Gleichzeitig sind sie alle der Ansicht, dass die erlebten Ausschreitungen verhindert oder zumindest auf ein Minimum reduziert hätten werden können, wenn man die Hinweise der Fanexperten von den Fanbotschaften von Beginn an in die Spieltagsvorbereitungen mit einbezogen hätte.

Während Kooperation und Kommunikation der Fanbotschaften mit den gastgebenden Städten, der UEFA und der staatlichen DIGES als sehr positiv und vertrauensvoll bezeichnet werden können, kann man dies nur schwerlich von der Zusammenarbeit mit der Polizei behaupten. Wo es während der UEFA EURO 2016 bisher zu Gewalttaten kam, reagierte die Polizei im Allgemeinen viel zu spät und mit eskalierenden Maßnahmen gegen alle Fans, anstatt auf gezielte Intervention und Isolation erwiesener Störer zu setzen. Wo Polizei und Organisatoren sich allerdings mit den Teams der Fanbotschaften besprachen und deren Empfehlungen berücksichtigten sowie eine fröhliche Atmosphäre schufen, wurden kaum Vorfälle registriert.

Speziell in Lens wurden die Behörden und Organisatoren für ihre Handhabung von Zehntausenden Fans aus Wales und England gelobt. Trotz großer Sicherheitsbedenken vor dem Spiel, besonders aufgrund der Vorfälle in Marseille, hieß die kleine Stadt diese riesige Masse an Fans auf das Herzlichste willkommen. Engländer und Waliser zahlten es ihr zurück, indem sie rund um die Begegnung eine riesige Party feierten – ohne relevante Vorkommnisse. Wir sind davon überzeugt, dass dies das Ergebnis intensiver Besprechungen mit Fanvertretern von den Fanbotschaften beider Länder und ihrerseits von Gesprächen mit ihren Kontakten innerhalb der Fangruppen ist.

Es ist also logisch, dass sich an dieser Kooperation in allen Austragungsorten orientiert werden sollte. Im Gegensatz dazu und trotz der positiven Arbeit der Fan-Volunteers aus 19 Ländern und obwohl sie Fanmärsche erlaubte, hat es die Stadt Paris leider wiederholt nicht geschafft, den Fanbotschaften angemessenen Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, von denen aus sie arbeiten konnten.

Zudem wurden die zahlreichen Alkoholverbote nach den Vorfällen in Marseille zwischen russischen Hooligans und Engländern von den meisten Fans als kontraproduktiv und als Zeichen der Hilflosigkeit angesehen.Sie wurden als höchst ungerecht von den sich in der Mehrheit befindenden friedlichen Fans angesehen, die davon am meisten betroffen waren, jedoch mit den gewalttätigen Auseinandersetzungen nichts zu tun hatten. Die Hooliganattacken in Marseille, Nizza oder Lille sind nicht Resultat betrunkener Randaliere sondern de unbedingten Willens Krawalle anzuzetteln und eines schlechten Polizei-Einsatzkonzeptes. Es war ein patriarchalischer Versuch, alle Fans zu bestrafen, die eigentlich nichts wollen, außer ein großartiges Turnier zu erleben und daher sollte das Alkoholverbot dringend überdacht werden.

Was  bei dieser EURO 2016 bis jetzt trotzdem am meisten in Erinnerung bleiben sollte, ist die große Mehrheit friedlicher und stimmungsvoller Spiele und Begegnungen in Frankreich, wo Fußballfans in internationaler Verbundenheit zeigen, dass sie immer noch am besten feiern können. Wir würden uns mehr Medien wünschen, die über diese Seite der EURO 2016 berichten und sich weniger auf die “Action” fokussieren, um so ihren Teil dazu beizutragen, die Attraktivität dessen für gewisse Personenkreise zu minimieren. m 

Koordiniert von Football Supporters Europe werden die folgenden zwölf Länder ihre Fanbotschaften zu den Spielen der Finalrunden der UEFA EURO 2016 anbieten: Schweiz (Fanarbeit Schweiz), Kroatien (Fanbotschaft Kroatien), Wales (FSF Cymru), Nordirland (AONISC), Ungarn (Fanbotschaft Ungarn), Belgien (1895 Belgium Fan Club), Deutschland (Koordinationsstelle Fanprojekte & Fanclub Nationalmannschaft), Italien (Fanbotschaft Italien), Frankreich (Irresistibles Francais), Republik Irland (YBIG), England (Football Supporters Federation) und Island (Tolfan).

Fanbotschaften bezeichnen ein Beratungs-, Informations- und Unterstützungsangebot für Fußballfans, welche zu internationalen Turnieren oder Spielen ins Ausland reisen, in der Regel umgesetzt von Fans und für Fans. Seit mehr als 20 Jahren haben Fanbotschaftsinitiativen damit zu einer verbesserten und festlichen Atmosphäre und dem Abbau von Spannungen und Gewalt bei Fußballgroßveranstaltungen beigetragen. Von Fans entwickelt, ist das Konzept heute als Best Practice im Bereich der Sicherheit und Prävention auf europäischer Ebene anerkannt. Die Fanbotschaften bei der UEFA EURO 2016 operieren unter dem Projektnamen RESPECT FAN CULTUREund werden unterstützt von der UEFA, der Daniel Nivel Stiftung und der französischen Partnerorganisation Concordia

Nützliche Informationen:

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